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1. Februar 2023
Christina Baumgartner
Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW)

Funktionell - und optisch ansprechend

Hamze Jamshidi wurde mit dem zweiten Platz im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW) ausgezeichnet. Neben der Funktionalität war dem 23-Jährigen die Optik seines Gesellenstücks besonders wichtig.
Foto: PLW

Der orthopädische Maßschuh, den Hamze Jamshidi für die Indikation Sprunggelenksarthrose anfertigte, beinhaltet eine Arthrodesenkappe zur Ruhigstellung des oberen und unteren Sprunggelenkes sowie eine Mittelfußrolle, die das obere Sprunggelenk entlasten soll. „Für die Druckumverteilung im Fuß sorgt eine Sohlenversteifung, und ein Abrollabsatz beeinflusst den ersten Bodenkontakt, indem er die Gangabwicklung erleichtert“, erklärt Hamze Jamshidi. Er kam vor sieben Jahren als Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland und begann im August 2018 seine Ausbildung bei der Care Center Deutschland GmbH in Bochum. Diese konnte er im Januar 2022 abschließen.

Foto: Hamze Jamshidi
Hamze Jamshidi kam vor sieben Jahren nach Deutschland, absolvierte in Bochum die Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher und arbeitet inzwischen beim Sanitätshaus Tingelhoff in Dortmund-Körne.

„Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil es mir wichtig ist, den Menschen zu helfen, die nicht richtig laufen können. Dafür bietet mir das Berufsbild des Orthopädieschuhmachers beste Voraussetzungen und die Arbeit mit Menschen aus allen Altersklassen und mit unterschiedlichen medizinischen Indikationen macht mir einfach Spaß“, erläutert der 23-Jährige.

Optisch kein „Gesundheitsschuh“

Vom Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW) hatte Hamze Jamshidi durch einen Brief der Handwerkskammer erfahren. „Da ich mich durch meinen guten Notendurchschnitt qualifiziert habe, konnte ich mich zur Teilnahme anmelden“, erinnert sich der junge Orthopädieschuhmacher. Zunächst wurde er zum Kammersieger gekürt und sicherte sich daraufhin den Landessieg für Nordrhein-Westfalen. „Dass ich dann letztlich sogar zweiter Bundessieger geworden bin, freut mich nach wie vor sehr“, so Hamze Jamshidi. „Mir war wichtig, einen optisch ansprechenden Schuh zu gestalten, welcher medizinisch und orthopädisch korrekt, und auch im Alltag tragbar ist.“ Zu zeigen, dass ein solches Hilfsmittel auch ansprechend aussehen kann und man diesem „nicht schon von weitem den Gesundheitsschuh ansieht“, sei die grundlegende Idee für sein Gesellenstück gewesen.

„Die Arbeit am Schuh selbst war handwerklich sehr anspruchsvoll, aber die größte Herausforderung war definitiv der Prüfungsstress“, resümiert der Geselle, der nach seiner Ausbildung zum Sanitätshaus Tingelhoff in Dortmund-Körne wechselte. Er plant nun, demnächst mit dem Meisterkurs zu beginnen, um beruflich weiterzukommen.

Foto: Andrey Popov/Adobe Stock
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