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26. Juni 2024
Redaktion
Tagung der ALOST e.V.

Wie kann die Ausbildung attraktiver gestaltet werden?

Die Fortbildungsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Lehrerinnen und Lehrer für Orthopädieschuhtechnik (ALOST e.V.) führte die Teilnehmer in diesem Jahr nach Geislingen an der Steige zum Verlag C. Maurer Fachmedien. Vom 25. bis 27. April 2024 wartete hier ein informatives und abwechslungsreiches Weiterbildungsprogramm auf die Lehrkräfte – mit Einblicken in die Produktion der Fachzeitschrift „Orthopädieschuhtechnik“. Wie angesichts rückläufiger Ausbildungszahlen die Aus- und Weiterbildung in der Branche gestärkt werden kann, war ein Hauptschwerpunkt der Tagung.
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Foto: C. Maurer Fachmedien
Die Teilnehmer der ALOST-Tagung vor dem Hauptsitz der Perpedes GmbH in Schopfloch.

Die dreitägige Fortbildungsveranstaltung der ALOST startete am Donnerstagnachmittag mit der Begrüßung durch Michael Blau, Vorsitzender der ALOST, Wolfgang Best, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Orthopädieschuhtechnik“ und Carl Otto Maurer, Geschäftsführer von C. Maurer Fachmedien.

Wie entsteht eine Fachzeitschrift? Das fanden die Teilnehmer direkt im Anschluss bei einer Führung durch die Druckerei C. Maurer heraus, wo auch die „Orthopädieschuhtechnik“ gedruckt wird. Thomas Madel, Abteilungsleiter Vorstufe/CtP bei C. Maurer, und Martin Egetemeyr, Technischer Leiter bei C. Maurer, führten durch die Bereiche – vom Layout in der Vorstufe über den Druck der Seiten bis zum Versand der Fachzeitschriften – und beantworteten zahlreiche Fragen der interessierten Teilnehmer. Besonders die Erstellung des Layouts in der Druckvorstufe, das Belichten der Platten in der Bogenmontage und die Funktionsweise des Vier-Farb-Drucks sorgten für zahlreiche interessierte Nachfragen seitens der Lehrerinnen und Lehrer.

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Foto: C. Maurer Fachmedien
Der Verlag C. Maurer Fachmedien war der diesjährige Gastgeber der ALOST-Fortbildungsveranstaltung.

Vom Zeitschriftenverlag zum Informationsdienstleister

Dass ein Fachverlag heute ein deutlich umfassenderes Portfolio bietet und mit vielfältigeren Informationswegen arbeitet als noch vor wenigen Jahrzehnten, machte anschließend Wolfgang Best in seinem Vortag deutlich. Er zeichnete den Weg von C. Maurer Fachmedien vom klassischen Zeitschriftenverlag hin zum breit aufgestellten Informationsdienstleister. Neben der gedruckten Fachzeitschrift Orthopädieschuhtechnik gilt es heute, viele weitere Kanäle zu bespielen, darunter Website, Newsletter und Social Media. Zahlreiche Fachbücher fanden ihren Weg aus Verlag und Druckerei in die Hände der Leserschaft. Neben der Messe ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK, die im Jahr 2011 zum ersten Mal stattfand, werden auch Seminare, Webinare und Symposien veranstaltet.

Besuch bei Perpedes

Auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb in Schopfloch befindet sich der Hauptsitz der Perpedes GmbH, einem Zulieferer für die Versorgung mit Hilfsmitteln und Anbieter von orthopädischen Einlagen, Therapieschuhen, Orthesen, Spezialschuhen für Diabetiker und Bequemschuhen. Hier startete der zweite Veranstaltungstag für die Tagungsteilnehmer, die das Unternehmen aufgeteilt in drei Gruppen näher kennenlernten. Während sich jeweils eine Gruppe in der Produktion umschaute – Perpedes ist besonders für die Entwicklung, Herstellung und Verarbeitung verformbarer Faserverbundmaterialien bekannt –, hatten die beiden anderen Gruppen in der Zwischenzeit Gelegenheit, von den Perpedes-Experten mehr über die Bereiche Scan und Konstruktion zu erfahren und eine Einlage anzumessen und zu produzieren. Dafür waren eigens zwei Stationen mit verschiedenen Scannern und Druckmessplatten, einem 3D-Drucker und der Software Soletec von Perpedes aufgebaut.

Die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der digitalen Versorgungstechniken bot auch Stoff für eine Diskussion über die künftige Rolle des Fußexperten in einem digitalisierten Versorgungsprozess. Beim Anmessen und bei der Auslieferung der Einlagen könne man auf den Spezialisten keinesfalls verzichten, war die einvernehmliche Meinung der Teilnehmer. Es sei essenziell, dass die abgebende Instanz ensprechendes Fachwissen besitze und beispielsweise beurteilen könne, ob die Einlage den therapeutischen Zielsetzungen entspricht und zum Schuh passt.

Dass dieses Thema den Teilnehmern unter den Nägeln brannte, war auch daran zu spüren, dass die Diskussion bei der Mitgliederversammlung am Samstag noch weiter fortgeführt wurde. Franz Fischer hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Patientengesprächs im Versorgungsprozess hervor. Dieses biete die Gelegenheit, eine Vertrauensbasis zum Patienten aufzubauen. Der OSM müsse zuhören und sich die Probleme schildern lassen, weil der Arzt keine Zeit dafür habe. Torsten Redeker ergänzte, dass die menschliche Komponente im Versorgungsprozess bei den Betriebswirtschaftlern rausfalle. Birgit Funk-Kleinknecht warnte davor, dass durch die digitale Einlagenversorgung eine ähnliche Situation entstehen könne wie vor etwa 20 Jahren, als die Firma Fromme plante, flächendeckend Scanner aufzustellen, um so orthopädische Maßschuhe am Handwerk vorbei liefern zu können.

Ausbildung stärken – Nachwuchs gewinnen

Die Zukunft der Ausbildung stand am Freitagnachmittag auf der Agenda. Da die zurückgehenden Ausbildungszahlen sämtliche Bildungsträger betreffen, waren zu der von Michael Blau geleiteten Sitzung weitere Teilnehmer online zugeschaltet: Frederic Großmann vom KomZet O.S.T. Siebenlehn, OSM Michael Möller und OSM Michael Volkery, Studiengemeinschaft für Orthopädieschuhtechnik Hannover, brachten sich von ihren Standorten aus in die Diskussion ein. Vor Ort waren zusätzlich zu den ALOST-Mitgliedern Peter Weiß, Meisterschule Landshut, der österreichische Bundesinnungsmeister Wolfgang Wedl und Torsten Redeker, Projektleiter beim KomZet O.S.T. Hannover, zu Gast. Franz Fischer und Katja Streckhardt, Praeparatio e.V., brachten eigene Vorträge mit ein.

Wo geht die Reise hin?

Zum Auftakt stellte sich Chefredakteur Wolfgang Best der Frage, was den Fußspezialisten der Zukunft ausmacht. Bereits seit Jahrzehnten ist der Beruf des Orthopädieschuhtechnikers in stetem Wandel begriffen, verdeutlichte er – insbesondere, was die Digitalisierung und die Anwendung neuer Versorgungskonzepte angeht. Die Entwicklung der Frästechnologie in den 90er-Jahren läutete eine tiefgreifende Transformation in der Orthopädieschuhtechnik ein, die neben weiteren Digitalisierungsfortschritten nun im 3D-Druck ihre Fortsetzung findet.

„Die Versprechen der Digitalisierung waren und sind groß “, zeigte Wolfgang Best auf. Individuelle Ausführungen von Einlagen und Leisten, ein schnelleres Maßnehmen durch den Scanner und die genaue Reproduzierbarkeit von Hilfsmitteln sind einige dieser Versprechen. Gleichzeitig erhofft man sich – insbesondere angesichts des Fachkäftemangels – mehr Kapazitäten in den Betrieben zu schaffen. Doch diese Versprechen können nicht zu 100 Prozent gehalten werden, befand Wolfgang Best. Auch bei digitaler Fertigung sei häufig noch Handarbeit nötig, um ganz individuell versorgen zu können.

Der Fachkräftemangel habe auch die Nutzung der externen Fertigung in der Orthopädieschuhtechnik verstärkt. Positiv sei, dass damit auch kleineren Betrieben ermöglicht werde, weiter am Markt zu bleiben. Allerdings warnte Best davor, dass die handwerkliche Kompetenz verloren gehen könne, wenn immer weniger handwerklich gearbeitet und Schuhe vor allem extern gefertigt werden. Digitale Technologien bringen zudem die Gefahr mit sich, dass branchenfremde Investoren den Hilfsmittelmarkt mehr und mehr erobern.

Wolfgang Best blickt auch auf die Entwicklung der Versorgungskonzepte in der Orthopädieschuhtechnik zurück. Digitale Messtechnologien wie Druckverteilungsmessung, Haltungs- und Bewegungsanalyse hätten die Übernahme neuer Aufgaben in der Diabetes- und Sportversorgung ermöglicht und den Orthopädieschuhmacher auch zum Analytiker gemacht. Schlaglichtartig zeigte Wolfgang Best auf, wie stark die Sportwissenschaft, aber auch neue Entwicklungen wie die Sensomotorik oder die Faszienforschung das funktionelle Denken und die Hilfsmittelkonzepte in der Orthopädieschuhtechnik verändert haben.

„Das Wissen und das Verständnis für funktionelle Zusammenhänge bei Haltung und Bewegung hat sich wesentlich erweitert und wird auch für den Fußspezialisten der Zukunft immer wichtiger werden“, zeigte sich Best überzeugt. Der OSM werde der Fußexperte sein, der den ganzen Menschen im Blick habe und sich auch mit neuen Produktions- und Analysetechniken auskenne. „Doch die klassische Ausbildung im Handwerk bleibt für eine qualitativ hochwertige Versorgung unverzichtbar“, resümierte er.

Enormer Rückgang der Ausbildungszahlen

Der Rückgang der Ausbildungszahlen in der Orthopädieschuhtechnik ist höchst besorgniserregend, waren sich nicht nur die Berufsschullehrer, sondern auch die Vertreter der Meisterschulen, des KomZet O.S.T. und der Studiengemeinschaft für Orthopädieschuhtechnik auf dem Treffen einig. Michael Blau berichtete, dass an den Berufsschulen die Schülerzahlen um 10 bis 20 Prozent zurückgegangen sind.

Wie mehrere Teilnehmer betonten, beobachte man sowohl an den Berufs- als auch den Meisterschulen, dass viele Auszubildende oder Meisterschüler zu wenig handwerkliche Grundlagen in ihren Betrieben erlernen. Auch die Digitalisierung und die zunehmende externe Fertigung in den Betrieben trage zum Verlust grundlegender handwerklicher Fertigkeiten und Kenntnisse beim Nachwuchs bei. Bei den Älteren gibt es ebenso zunehmend weniger Anmeldungen für Fortbildungen in der Branche, stellten die Beteiligten fest, was häufig mit fehlender Zeit durch den Fachkräftemangel in den Betrieben begründet werde. „Umso wichtiger ist es, neue Wege der Wissensvermittlung zu finden, welche die bestehenden Angebote ergänzen“, sagte Franz Fischer, 1. Vorsitzender von Praeparatio e.V., einem Verein, der Gesellen mit verschiedenen Lernangeboten besser auf die Meisterschule vorbereiten möchte.

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Foto: C. Maurer Fachmedien
Franz Fischer stellte die erste Probe-Schulungseinheit eines Online-Trainings vor.

Web-based Training für die OST

Wie er berichtete, hat Praeparatio gemeinsam mit der Fachhochschule Amberg-Weiden den Aufbau eines Online-Trainings für die Orthopädieschuhtechnik in Angriff genommen, in das Lerninhalte für Gesellen, Meister und Auszubildenden eingepflegt werden können.  Franz Fischer stellte die erste Probe-Schulungseinheit zu Trittspur und Maßnehmen vor, welche die einzelnen Schritte anschaulich vermittelt und zusätzlich mit Videos das praktische Vorgehen demonstriert. Enthalten sind auch Wissensabfragen und Aufgaben, mit denen die Teilnehmer das Erlernte überprüfen können.

„Die Inhalte, die wir künftig einpflegen wollen, sind bereits vorhanden“, erklärte Franz Fischer mit Verweis auf die Praeparatio-Bücher zu Schaftbau, Leisten- und Bodenbau. Allerdings muss noch eine Finanzierung bewerkstelligt werden und mit der Fachhochschule über die Aufgabenverteilung beim Einpflegen der Inhalte und der Pflege der Homepage verhandelt werden.  Fischer erhofft sich, für die Finanzierung weitere Akteure der Branche, gegebenenfalls auch Sponsoren, zu gewinnen.

Inhaltlich ist es das Anliegen von Praeparatio, weitere Bildungsträger einzubeziehen, um eine gemeinsame, einheitliche Lernplattform zu schaffen. Dies stieß bei vielen Teilnehmern der ALOST-Tagung auf positive Resonanz – sowohl die Berufsschulen als auch die anwesenden Vertreter des KomZet O.S.T. und der Meisterschulen sowie der Studiengemeinschaft signalisierten großes Interesse. Deutlich wurde in der Diskussion auch, dass einige Bildungsträger und Vereine teilweise an eigenen Lösungen für Online-Unterricht oder auch an unterstützendem Ausbildungsmaterial für die Betriebe tüfteln. Doch wurde vielfach der Wunsch laut, die parallelen Bestrebungen zusammenzuführen und ein gemeinsames Konzept mit den maßgeblichen Bildungsträgern zu entwickeln. Auch C. Maurer Fachmedien wurde als wichtiger Akteur hinsichtlich der Vernetzung, Publikation und Mitwirkung bei diesem Projekt vorgeschlagen.

Franz Fischer stellte klar, dass das web-based Training eine Ergänzung, kein Ersatz für Präsenzunterrichtsein soll. Er könne sich gut vorstellen, die Inhalte sowohl Lehrlingen und Gesellen als auch Meistern zugänglich zu machen. Idealerweise stelle er sich ein Online- Training vor, wie es die Fleischerinnung entwickelt hat: Dabei müssen die Teilnehmer einen bestimmten Prozentsatz der Wissensabfragen richtig beantworten, bevor sie sich zur Gesellenprüfung anmelden dürfen. Er schlug vor, für den Besuch der Meisterschule in der Orthopädieschuhtechnik vorhergehende Online-Lernmodule zum Schaftbau, zum Leistenbau und Bodenbau verpflichtend einzuführen.

Podcast stößt auf positive Resonanz

OSM Katja Streckhardt, viele Jahre Berufsschullehrerin in Frankfurt und Dozentin für Schaftbau am B-O-S-S in Langen, konnte berichten, dass ihr Podcast „fastfoot“, der hörbares Fachwissen rund um handwerkliche Themen, Anatomie und Krankheitsbilder in rund zehnminütigen Beiträgen vermittelt, sehr gut angenommen wird. Dass es sogar möglich ist, ohne Video und Bilder den Modellwinkel zu erklären, führte sie den Teilnehmern der ALOST-Tagung anhand einer unveröffentlichten Folge ihres Podcasts vor. Auf Nachfrage berichtete sie, dass die Erstellung von Podcasts nicht unaufwändig ist – die Technik sei zwar gut zu erlernen, doch für Recherchen, Erstellen eines Skripts, Sprechen, Schneiden und Hochladen benötige sie pro Folge rund vier Stunden. Franz Fischer integriert in die Lerneinheiten des web-based Trainings Links auf Katja Streckhardts Podcast, so dass die neuen Formate zur Wissensvermittlung miteinander verknüpft werden.

Aufwertung der Meisterausbildung in Österreich

In Österreich wurde in den letzten Jahren die Meisterausbildung stark überarbeitet, berichtete Bundesinnungsmeister Wolfgang Wedl. Bereits 2019 erreichte die überarbeitete Meisterausbildung das Level 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) in Österreich.  Dieser Qualitätslevel berechtigte dazu, dass die Meister nach ihrer Prüfung eine Hochschule besuchen können. Diese Regelung fiel jedoch 2022 wieder. Doch die Donau-Universität in Krems wollte dann gemeinsam mit der Orthopädieschuhtechnik einen Bachelor-Studiengang entwickeln, auf den ein vertiefter Meistervorbereitungskurs angerechnet werden kann. „Die Vorbereitung dieses Kurses war für uns eine sehr große Herausforderung“, berichtete Wolfgang Wedl. Der Meisterkurs kann berufsbegleitend im Blockunterricht durchgeführt werden.

Wolfgang Wedl stellte genauer vor, welche Inhalte im Meisterkurs überarbeitet wurden und welche Schwerpunkte auch im handwerklichen Bereich als besonders wichtig eingestuft wurden, weil bei vielen neuen Meisterschülern immer häufiger die Grundlagen fehlen. Besonders positive Resonanz gab es bei den Meisterschülern auch auf das Spezialmodul Anatomie, bei dem in Zusammenarbeit mit Prof. Franz Landauer auch Sezierarbeit am Leichenpräparat am Anatomischen Institut in Innsbruck geleistet wird. Neu sind unter anderem Spezialeinheiten zur Sportversorgung, zur Kinderorthopädie, auch neue Technologien wie der 3D-Leistenbau wurden integriert.

Wie Wedl berichtete, hat Österreich ebenfalls mit zurückgehenden Lehrlingszahlen zu kämpfen. Allerdings habe Österreich die Ausbildungsvergütung stark erhöht, im ersten Lehrjahr von rund 550 auf 800 Euro und im letzten Lehrjahr auf über 1400 Euro, was den Beruf für den Nachwuchs deutlich attraktiver mache.

Hinsichtlich der inhaltlichen Verbesserung der Ausbildung und der Schaffung einer Lernplattform, wie Franz Fischer sie anvisiert, plädierte Wolfgang Wedl dafür, unbedingt die Ausbildungsbetriebe mit einzubeziehen. In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es in vielen Ausbildungsbetrieben an der Qualität der Ausbildung hakt, allzu häufig werde der Nachwuchs ausschließlich zum Einlagenschleifen eingesetzt. Auch wüssten viele Betriebe nicht, wie sie an Nachwuchs kommen oder Schülern das Interesse am Beruf vermitteln können. Holger Keiling berichtete, dass viele Lehrlinge den Weg ins Handwerk über Schulpraktika finden.  Er wolle seine Schüler befragen, was sie bei dem Schulpraktikum besonders angesprochen hat.

Im gemeinsamen Austausch entstand die Idee, unter Mitwirkung von C. Maurer Fachmedien einen Leitfaden und unterstützende Materialien zu entwickeln, die Betriebe dabei unterstützen, Nachwuchs zu finden und in Praktika und der Ausbildung für den Beruf zu begeistern. Dies wie auch den Aufbau der Online-Lernplattform wolle man gemeinsam angehen und den gemeinsamen Austausch intensivieren, so das Fazit der Beteiligten.

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Foto: C. Maurer Fachmedien
Über die Meisterausbildung in Österreich berichtete Wolfgang Wedl.

Praktische Ausbildung verlagert sich immer mehr in die Berufsschule

Neben der Fortbildung stand am Samstag auch die Jahreshauptversammlung der ALOST e.V. auf der Tagesordnung. Zu Beginn der Mitgliederversammlung stellte Michael Blau die neue Homepage alost.de vor. Sein Dank für die Umsetzung galt hier vor allem Artur Golnik, der das Projekt im vergangenen Jahr in die Hände genommen und die Seite neu aufgesetzt hat.

Eine gute Präsenz im Internet sei heute wichtig, so Michael Blau. Behörden und Ministerien oder andere Organisationen, mit denen man zu tun hat, würden sich vorab über die Verbände im Internet informieren. Deshalb sei das auch die Chance, die Arbeit und die Ziele des Vereins zu präsentieren.

Bei den Kurzberichten von den einzelnen Schulstandorten zeigte sich, dass sich die derzeit rückläufigen Lehrlingszahlen auch auf die Schülerzahlen an den Berufsschulen auswirken. Gleichzeitig sei bei manchen Schülern eine große Unzufriedenheit zu spüren, wenn sie in der Ausbildung über lange Zeit eintönige Arbeiten verrichten müssen und wichtige Lerninhalte im Betrieb nicht vermittelt bekommen. Die praktische Ausbildung verlagere sich immer mehr in die Berufsschule. Bei den Umschülern sei zu beobachten, dass die Zahl der Körperbehinderten zurückgehe und inzwischen Menschen mit psychischen Problemen dort die Mehrheit stellen.

Mehrfach wurde betont, wie wichtig der Austausch zwischen Berufsschulen, Auszubildenden und den Betrieben ist, vor allem, wenn es Probleme bei der Ausbildung gibt. Schulen und Lehrkräfte könnten und müssten hier oft vermitteln und Lösungen suchen. Wichtig sei auch der Austausch unter den Ausbildungsbetrieben, auch wenn er nicht überall so angenommen werde, wie man es sich wünscht. So berichtete Birgit Funk-Kleinknecht, dass viele Innungen Lehrmeistertreffen anbieten würden, wo man sich über Probleme in der Ausbildung austauschen könne. Doch leider würden sich dort oft nur diejenigen treffen, die sich schon sehr stark für eine gute Ausbildung in ihrem Betrieb engagieren.

Foto: Andrey Popov/Adobe Stock
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