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29. August 2023
Redaktion
BTE

Schuhhandel trotz Umsatzplus in schwierigem Fahrwasser

Anlässlich der Messe Shoes Düsseldorf blickte der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) auf das erste Halbjahr 2023 zurück.
Foto: ArtStage/Adobe Stock
Vor allem sportive Modelle lagen laut BTE im Trend.

Per Saldo geht der BTE nach ersten Hochrechnungen davon aus, dass der stationäre Schuhhandel das erste Halbjahr 2023 im Durchschnitt mit einem höheren einstelligen Umsatzplus gegenüber 2022 abgeschlossen hat. Das Statistische Bundesamt habe aufgrund anderer Rechnungsmethoden für die ersten sechs Monate sogar einen Umsatzanstieg in Höhe von 17 Prozent errechnet.

Dabei sei allerdings zu berücksichtigen, dass in den ersten vier Monaten des Vergleichsjahres 2022 noch letzte Corona-Beschränkungen wie 2G- oder 3G-Regelungen in Kraft waren, die das Geschäft stark behinderten, gibt der BTE zu bedenken. Am 24. Februar kam zudem der Ukraine-Krieg hinzu, der die Kauflaune der Kunden zumindest in den ersten Wochen beeinträchtigt habe.

Die Zuwachsraten der ersten vier Monate 2023 basierten somit auf vergleichsweise niedrigen Werten und waren daher laut BTE „vorprogrammiert“. Danach habe das wechselhafte Wetter zu einem Auf und Ab der Umsätze geführt. Aufgrund der kühlen Witterung gab es im Mai 2023 ein Umsatzminus im Vergleich zu 2022. Im Juni wurde dagegen bei besserem Wetter wieder ein Plus erzielt. Im Juli verkauften sich bei wechselhafter Witterung geschlossene Modelle sehr gut. Auch die neuen Herbst-/Wintermodelle seien schon gut angelaufen. Mit Beginn der Hitzewelle verzichteten dann im August viele Kunden auf den Schuhkauf, so dass die letzten Wochen für die meisten Schuhgeschäfte eher ruhig verliefen. Im Trend lagen im ersten Halbjahr vor allem sportive Modelle – sowohl im Halbschuhbereich als auch im Bereich der offenen Ware. Im Halbschuhsegment liefen insbesondere Sneakers sehr gut. Aber auch die neuen Loafer-Typen in Standardfarben, wie auch in den saisonal modischen Farben Grün und Pink waren gefragt. Im offenen Segment waren Pantoletten die Favoriten.

Unternehmen haben mit Kostensteigerungen zu kämpfen

Trotz des nominalen Umsatzzuwachses befindet sich der stationäre Schuhfachhandel weiterhin in schwierigem Fahrwasser, teilt der BTE mit. Denn aufgrund der seit Frühjahr 2022 hohen Inflation liegen die allermeisten Geschäfte preisbereinigt nur knapp im Plus oder sogar im Minus. Zudem hätten viele Unternehmen mit hohen Kostensteigerungen, zum Beispiel im Bereich der Personalkosten oder der Mieten, zu kämpfen.

Erfreulich sei jedoch, dass der stationäre Schuhhandel im ersten Halbjahr erneut Marktanteile zurückgewinnen konnte. So entfiel nach ersten BTE-Hochrechnungen knapp zwei Drittel der getätigten Umsätze in Deutschland auf die stationären Schuhspezialisten. Der Onlinehandel, der in den Hochzeiten der Pandemie weit über die Hälfte der Umsätze eroberte, kommt aktuell auf einen Anteil von 18 Prozent. Auf andere Betriebsformen, wie Waren- und Modehäuser, entfällt ein Anteil von 17 Prozent am Gesamtumsatz mit Schuhen. Laut BTE gehe der Schuhhandel deshalb – trotz der aktuellen Herausforderungen und Belastungen – verhalten optimistisch in die Orderrunde für Frühjahr/Sommer 2024.

Foto: Andrey Popov/Adobe Stock
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