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22. Februar 2023
Redaktion
Handgreifkraft

Indikator für Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Die Handgreifkraft und deren Erhalt im Alter können ein wichtiger Indikator für die Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit insbesondere von älteren Personen sein. Das ergab eine Auswertung der Daten von über 200.000 Teilnehmern der NAKO-Gesundheitsstudie. In weiteren Analysen identifizierte das Forschungsteam einen Grenzwert zur Definition einer niedrigen Handgreifkraft – als Hinweis auf eine Sarkopenie.
Hände
Foto: Mike Sagan/Adobe Stock

Im Alterungsprozess stellt der Erhalt der Muskelkraft einen wichtigen Faktor dar, um die Mobilität und Eigenständigkeit im Alter zu bewahren sowie chronischen Erkrankungen und Stürzen vorzubeugen. Die allgemeine Muskelkraft des Körpers kann durch die Messung der Handgreifkraft mit einem Dynamometer abgebildet werden. Hierbei wird der Griff des Gerätes mit einer Hand umschlossen und gegen einen Widerstand festgedrückt. Eine niedrige Handgreifkraft kann gesundheitliche Folgen haben und bildet die Hauptkomponente der Erkrankung „Sarkopenie“, die eine niedrige Muskelkraft, -masse und -funktion umfasst.

 

Höchste Handgreifkraft im Alter von fast 40 Jahren

In einer Analyse mit 200.389 Teilnehmern der NAKO-Studie im Alter von 19 bis 75 Jahren stellte das Forschungsteam fest, dass die Handgreifkraft im Alter von 20 bis ca. 40 Jahren anstieg und anschließend konstant abnahm. Dabei war die Abnahme der Handgreifkraft mit dem Alter bei den Frauen weniger markant ausgeprägt als bei den Männern. Die durchschnittlich höchste Handgreifkraft wurde bei Frauen im Alter von 39 Jahren und bei Männern im Alter von 38 Jahren beobachtet. Generell haben Männer eine höhere Handgreifkraft als Frauen. Im Alter von 38 Jahren hatten die Männer durchschnittlich eine Handgreifkraft von 52 kg und die Frauen im Alter von 39 Jahren eine durchschnittliche Handgreifkraft von 33 kg.

Grenzwerte bestimmt

In weiteren Analysen identifizierte das Forschungsteam anhand der NAKO-Daten einen Grenzwert zur Definition einer niedrigen Handgreifkraft – als Hinweis auf eine Sarkopenie. Für Männer lag dieser Grenzwert bei 29 kg und für Frauen bei 18 kg. Das bedeutet, dass bei Personen mit einer Handgreifkraft unterhalb dieser Grenzwerte ein Verdacht auf das Vorliegen einer Sarkopenie besteht. In Analysen mit Daten von älteren Teilnehmern (65-93 Jahre) einer weiteren deutschen Kohortenstudie, der „Kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg“ (KORA), wurde gezeigt, dass ältere Personen mit einer Handgreifkraft unterhalb dieser Grenzwerte ein erhöhtes Sterberisiko hatten.

„Eine starke Handgreifkraft ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit und es bedarf weiterer Forschung, um die Mechanismen der Abnahme der Handgreifkraft mit dem Alter und die Zusammenhänge mit chronischen Erkrankungen aufzudecken“, so Marie-Theres Huemer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Epidemiologie, Helmholtz Munich. „Die Folgeuntersuchungen der NAKO-Studie werden Aufschlüsse darüber geben können, welche Faktoren für die Erhaltung der Handgreifkraft im Alter eine Rolle spielen und welche Folgen eine niedrige Handgreifkraft für die Gesundheit, Mobilität und Lebensqualität haben kann“.

Über die Studie

Die hier genannten Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Age and Ageing von einem Forschungsteam unter der Leitung von Wissenschaftlerinnen von Helmholtz Munich veröffentlicht. Die NAKO-Gesundheitsstudie ist eine Langzeit-Bevölkerungsstudie mit einer Dauer von 20 bis 30 Jahren. Sie wird von einem Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen, bestehend aus der Helmholtz-Gemeinschaft, den Universitäten und der Leibniz-Gemeinschaft, organisiert und durchgeführt. Ziel ist es, den Ursachen für die Entstehung von Volkskrankheiten, wie Krebs, Diabetes, Infektionskrankheiten und Herzinfarkt auf den Grund zu gehen.

Foto: Andrey Popov/Adobe Stock
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