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12. April 2023
Redaktion
KfW-Gründungsmonitor

Zahl der Existenzgründungen sinkt im Jahr 2022

Die Gründungstätigkeit in Deutschland hat 2022 einen Dämpfer erhalten, wie eine Vorabauswertung des KfW-Gründungsmonitors zeigt. Mit 550.000 Existenzgründungen gingen zirka 57.000 Personen weniger als 2021 den Schritt in die Selbständigkeit. Das entspricht einem Rückgang von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Foto: Animaflora PicsStock/Adobe Stock

Die Gründungstätigkeit hat sich demnach 2022 sowohl im Voll- als auch im Nebenerwerb verringert: Die Zahl der Vollerwerbsgründungen sank auf 222.000, das sind 14.000 (-6%) weniger als 2021. Noch stärker ist der Rückgang bei den Nebenerwerbsgründungen, die um 43.000 auf 328.000 sanken (-12%). Die Gründungsquote ging auf 108 Gründungen je 10.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren zurück (2021: 119).

„Kaum dass sie den Corona-Knick kurzzeitig wettgemacht hatte, ist die Gründungstätigkeit in Deutschland 2022 leider schon wieder rückläufig“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Für die deutsche Volkswirtschaft sind das schlechte Nachrichten, denn Existenzgründungen sind zentrale Treiber des strukturellen und technologischen Wandels – und sie unterstützen so die Zukunftsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft. Gerade auch mit Blick auf die grüne und die digitale Transformation braucht Deutschland neue Unternehmen mit frischen und innovativen Ideen.“

Mehr Gründungen aus Mangel an besseren Erwerbsalternativen

Der Anteil von Existenzgründungen zur Wahrnehmung einer Geschäftsgelegenheit ist laut KfW 2022 gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozentpunkte auf 71 Prozent gefallen und liegt damit so niedrig wie zuletzt 2018. Analog dazu ist der Anteil von Existenzgründungen aus Mangel an besseren Erwerbsalternativen auf 24 Prozent (2021: 15%) gestiegen. Dahinter verberge sich jedoch keine ausschließlich schlechte Botschaft, so die KfW: Diese Gründer-Gruppe umfasse zum einen zwar Personen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Erwerbsalternative hatten und deshalb gründeten („Notgründungen“). Zum anderen gehörten hierzu aber auch Gründer, die die Selbstständigkeit als die bessere Erwerbsalternative trotz Alternativen auf dem Arbeitsmarkt bevorzugten. Auf letztere sei offenbar der deutlich höhere Anteil 2022 zurückzuführen. Darauf deute hin, dass unter den Gründungen mangels besserer Erwerbsalternativen der Anteil von Personen, die unabhängig von ihrer aktuellen Situation die Selbstständigkeit gegenüber einer Anstellung vorziehen würden, im Jahresvergleich von 56 auf 72 Prozent gestiegen ist.

Bei den allermeisten Existenzgründungen in Deutschland erfolge der Schritt in die Selbstständigkeit traditionell mit einem neuen Unternehmen, das es zuvor rechtlich wie organisatorisch nicht gab. Ihr Anteil blieb 2022 mit 86 Prozent auf seinem Rekordniveau des Vorjahrs. Die übrigen 14 Prozent entfallen auf Unternehmensübernahmen und -beteiligungen. Angesicht der großen Zahl an mittelständischen Unternehmen, die eine Nachfolgelösung suchen, sei das eine volkswirtschaftliche Herausforderung, heißt es seitens der KfW.

Ebenfalls nahezu unverändert war 2022 der Anteil der Sologründungen – das sind Unternehmen, die von einer einzelnen Gründungsperson gegründet werden und nicht von Teams. Er lag im vergangenen Jahr bei 82 Prozent nach 81 Prozent im Jahr zuvor. Der Arbeitgeberanteil unter den Existenzgründungen ist dagegen von 21 auf 34 Prozent deutlich gestiegen.

Der neue KfW-Gründungsmonitor erscheint voraussichtlich im Frühsommer 2023. Die aktuelle Vorabauswertung ist aber bereits abrufbar

Foto: Andrey Popov/Adobe Stock
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